Das letzte Mal

Wir sitzen an der Bettkante, nur wenige Zentimeter liegen zwischen uns. Und doch sind wir durch die vergangenen Tage und Monate so weit voneinander entfernt, wie man es nur sein kann. Draussen dämmert es und ich blicke hinaus. Im Nachbarhaus brennt bereits Licht. Du siehst mich an und die Tränen laufen dir die Wangen hinab. Ich frage mich, wie oft ich dich weinen gesehen habe. Es war nicht oft, meist hast du sie vor mir verborgen. Das gelingt dir jetzt nicht. Du fragst: „Es ist vorbei, nicht wahr?“

Ich antworte nicht. Doch wir wissen beide, dass es so ist. Im Nachbarhaus werden die Vorhänge für die bevorstehende Nacht geschlossen. Es ist, wie als wenn es unsere Vorhänge wären. Fast schüchtern wandert meine Hand zu deiner Schulter, es soll eine tröstende Geste sein, doch auf halber Strecke ziehe ich sie zurück. Zu gross ist der Schmerz in diesem Moment. Wir weinen nun gemeinsam, das letzte Mal, dass uns etwas auf dieser intimen Ebene einen wird.

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