Herz

Oceana's Blog

Lebe deine Träume, verträume nicht dein Leben

Facebook

Früher, als es Facebook noch nicht gab, wollte/konnte/sollte/musste ich SMS oder E-Mails schreiben, um mit verschiedenen Personen in Kontakt zu bleiben. Heute sind alle Freunde, Kollegen und Bekannten (ja, wir Schweizer unterteilen das so, was für viele Deutsche seltsam erscheint… hab ich aus einem Buch) auf meinem Profil zusammengefasst. Ich kann etwas schreiben, und diejenigen, die wollen, können ihren Senf… können meinen Status kommentieren. Nun setzen sich meine “Freunde” bei Facebook so zusammen: Einige aus meiner Schulzeit, mit denen ich noch Kontakt habe; Leute, die ich cirka 1x im Jahr in real sehe, wo der Kontakt hauptsächlich über MSN oder ICQ stattfindet; dann Freunde, die ich regelmässig (sogar fast jeden Tag) sehe und auch mit ihnen spreche. Und zu guter Letzt sind noch diejenigen, die irgendwie “komisch reingerutscht” sind, die ich aber durchaus nett finde.

Was ich damit sagen will: Facebook ermöglicht es, mit verschiedensten Leuten in Kontakt zu bleiben. Was ich manchmal vermisse, ist, diese Leute auch “in echt” zu sehen und mit ihnen zu kommunizieren. Bei manchen trifft es sich mal, dass man sich im Postauto sieht und die neuesten Neuigkeiten austauschen kann. Das ist auch immer recht interessant, weil man sich ein paar Monate nicht mehr gesehen hat.

Ist Facebook nun ein Segen oder ein Fluch? Denn: Wenn es diese Plattform, die alles “zusammenhält” wieder nicht mehr gäbe, würden manche Kontakte wie früher einfach im Sande verlaufen. Irgendwo war das auch gut so, weil man so wusste, woran man war. Wenn der andere wirkliches Interesse an einem hatte, musste er sich gezwungenermassen mit einem in Verbindung setzen und sich mit der Person beschäftigen. Ein Eintrag bei Facebook ist jedoch schnell gemacht, ohne dass man sich wirklich miteinander auseinandersetzen muss. Man hat bei Facebook schnell das Gefühl “Wow, ich hatte heute ja mit 5 Leuten Kontakt!” Aber was hat man effektiv mit ihnen unternommen? Man hat gechattet und meistens über belanglose und/oder oberflächliche Dinge.

Nehmen wir ein Beispiel, das mir passiert ist: Ich habe mal per Facebook-Posting gefragt, wer etwas mit mir unternehmen würde, mir sei langweilig. Gemeldet haben sich nur die, die zu meinen besten Freundin zählen, nämlich Sandra, Rabea und Stefanie. Von den anderen geschätzten damals 300+ Freunden hat kein einziger geantwortet. Klar, die einen wohnen zu weit weg, die anderen hatten schon was vor, das ist ja auch normal.

Bloss: Es ist erschreckend, wie viele junge Leute einsam vor dem PC sitzen. Wenn man dazu noch etwas schüchtern ist und nicht gerne auf andere, fremde Leute zugeht, ist das ganze noch verzwickter. Ich schreibe jetzt nichts über irgendwelche gescheiten Studien, das ist die Arbeit von anderen. Mein Statement zum Schluss: Die heutigen Kommunikationsmedien sind zwar gut, aber persönlicher Kontakt mit “realen” Menschen ist noch immer unabdingar. Ich schätze Facebook zum Schreiben und sich über interessante Themen auszutauschen, aber doch möchte ich die Leute, die ich regelmässig und nicht nur virtuell sehe, keinesfalls missen.

30. April 2011Keine Kommentare — Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Kommentare

Kein Kommentar gefunden. Sei der/die Erste!

Copyright © 2010-2012, Dominique Ruesch
Wordpress Theme by Nils Ruesch